Der Sanitätsdienst bei der von der evangelischen und der katholischen Kirche sowie der Notfallseelsorge gestalteten Gedenkfeier war vielen Sanitätern und Sanitäterinnen vom Malteser Hilfsdienst in Geilenkirchen auch deshalb ein besonderes Anliegen, weil sie persönlich zum Einsatz unmittelbar nach der Tragödie im Tunnel Karl-Lehr-Straße alarmiert worden waren. So stellten dann 20 Malteser aus Geilenkirchen mit mehreren Rettungswagen und in Tragetrupps den würdevollen Ablauf der Gedenkfeier im Stadion sicher. Für die Malteser begann der Einsatz dabei bereits um 9 Uhr, da neben der Anreise nach Duisburg auch die Aufteilung und Organisation mit den drei anderen Hilfsorganisationen geregelt werden mussten. Alle vier neben der Feuerwehr maßgeblich am Loveparade-Einsatz beteiligten Rettungsorganisationen stellten jeweils eine Einsatzeinheit zum Sanitätsdienst im Stadion ab, sodass die Kollegen vom Arbeiter-Samariter-Bund, vom Deutschen Roten Kreuz, von der Johanniter Unfallhilfe und vom Malteser Hilfsdienst wieder die gute Kooperation vom Einsatz bei der Loveparade-Katastrophe aufnehmen konnten. Während zahlreiche Prominente und Opfer von Ihren Erfahrungen und Gedanken berichteten, stiegen bei vielen Einsatzkräften wieder schlimme Bilder vom Einsatz im Tunnel hoch. Selbst die zahlreich vorhandenen Notfallseelsorger lagen sich zeitweise unter Tränen in den Armen, da die Erinnerung an die schrecklichen Erlebnisse während des schönen Sommertages vor einem Jahr noch so lebendig ist.
Besonders in Erinnerung wird den Helfern im Stadion auch die für einen solchen Ort absurde Stille bleiben, in eine Halle des Sports und der Freude war eine gespenstische Ruhe eingekehrt. Dieser Gegensatz passte irgendwie auch zu den von Nadia Zinacchi, der Mutter eines bei dem Unglück verstorbenen Mädchens, bei ihrer Ansprache gewählten Worte, wonach die Jugendlichen voller Vertrauen in die Welt auf eine vermeintliche sichere Veranstaltung an einem schönen Sommertag gegangen seien und ihr Vertrauen bitter enttäuscht worden sei.
Der Einsatz der Malteser verlief, abgesehen von einzelnen Kreislaufzusammenbrüchen, ruhig. Und während die Angehörigen beim Schlusslied das Stadion verließen, um an die Unglücksstelle zurückzukehren, beendeten die Geilenkirchener Malteser ihren Dienst gegen 19 Uhr an der Unterkunft in Niederheid mit dem Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft.
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